Hamsterrad

Stehen Sie im Hamsterrad?

Gewohnheiten bestimmen weite Teile unseres Alltags – was wir essen und trinken, wie wir uns kleiden oder wie wir Geld ausgeben. Und ganz besonders wie wir über bestimmte Dinge bzw. Situationen denken und daraus folgend, wie wir damit umgehen. “Unser ganzes Leben setzt sich, soweit es eine bestimmte Form hat, aus einer Anzahl von Gewohnheiten zusammen”, schrieb der amerikanische Psychologe und Philosoph William James 1892.

Gewohnheiten entstehen, weil das Gehirn nach Wegen sucht, um Aufwand und damit Energie zu sparen. Überließe man unser Denkorgan sich selbst, würde es aus Bequemlichkeit vermutlich nur Gewohnheiten entwickeln. Die Forscher kennen heute die psychologischen Mechanismen und die neuronalen Grundlagen, die für die Entstehung solcher Verhaltensmuster verantwortlich sind – und die auch den Schlüssel dazu liefern, sie zu beeinflussen.*

Auch Gedanken und Gefühle können zur Gewohnheit werden. Das ist auch der Grund warum es Personen gibt, die scheinbar immer gut gelaunt sind und wiederum andere, die bei jeder Kleinigkeit depressive Verstimmungen bekommen können. Wem es gelingt sich eine Gewohnheit anzueignen (sei sie gut oder schlecht), der kann sie sich auch wieder abgewöhnen. Wobei “abgewöhnen” hier der falsche Begriff ist – es müsste eher heißen “umgewöhnen”. Denn neuronale Muster (also Gewohnheiten) können nicht gelöscht werden aber sie können verändert werden, indem der Fokus der Person neu ausgerichtet wird.

Hier ein kleines Beispiel dazu: Frau Lang ärgert sich täglich über alles Mögliche – über den verspäteten Zug; über ihren Chef; über die unhöflichen Kassiererinnen im Supermarkt; etc. Das macht ihr ganz schön zu schaffen, denn die arme Frau ist abends total erschöpft (sich zu ärgern raubt einem sehr viel Energie) und kann selten einen ‘guten Tag’ verbuchen. Sie bekommt zur Aufgabe sich täglich an jedem Ort, an dem sie sich aufhält, etwas Positives zu finden – egal was. Nach ein paar Tagen soll sie dann auch noch an jeder Person, mit der sie zu tun hat, etwas Positives finden – und seien es nur die Schuhe des-/derjenigen. Nach spätestens 3 Wochen ist Frau Lang wie ausgewechselt. Sie kann sich zwar immer noch über etwas aufregen, sieht im Grunde aber alles viel entspannter und kann sich vermehrt über Kleinigkeiten erfreuen.

Und das ist erst der Anfang! Ändern Sie Ihr Leben in jeder Hinsicht, indem Sie Ihre Gewohnheiten ändern. Wie Sie das am Besten machen lesen Sie hier.

Viel Erfolg!

*P.M. Magazin 10/2012 Artikel: “Routine ist gut. Sie zu ändern ist besser.”